Ärzte Zeitung, 08.10.2003

Naturheilkunde fängt bei der Ernährung an

Ernährungstherapie ist Basis weiterer Verfahren / Viele Menschen haben Selenmangel

FREUDENSTADT (sko). Die Ernährungstherapie ist Grundlage eines jeden weiteren Naturheilverfahrens, meint Dr. Martin Adler aus Siegen. So sollte etwa vor Beginn einer orthomolekularen Nahrungsergänzung die Ernährung eines Patienten genau unter die Lupe genommen, sollten Defizite diagnostiziert und beseitigt werden.

"Fit mit 90 in die Kiste hüpfen, das ist doch das, was Patienten gerne möchten", sagte Adler bei einem Vortrag zum Thema Revitalisierung beim Kongreß des Zentralverbandes der Ärzte für Naturheilverfahren in Freudenstadt. Um dies zu erreichen, brauche der Körper einen hohen Schutz gegen degenerative Erkrankungen. Dabei sei es besonders wichtig, oxidativen Streß zu minimieren.

Schutz gegen oxidativen Streß biete ein fittes Immunsystem, so Adler. Die Aufgabe der Ernährungstherapie sei es, die verschiedenen Säulen des Immunsystems zu beeinflußen. "So ist es für die Chemotaxis etwa wichtig, daß wir ein Minimum an essentiellen Aminosäuren von 30 bis 40 Gramm täglich zur Verfügung stellen", sagte Adler.

Doch unser Körper sei an essentiellen Ernährungsgrundstoffen verarmt. "Reicht eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse aus? Nein!!", betonte Adler. Denn auch bei einer hochwertigen Ernährung gebe es Lecks.

Bei der Substitution sei es wegen der Fülle der Möglichkeiten wichtig, eine Auswahl an Vitaminen, Spurenelementen und Aminosäuren zu treffen. So stelle sich etwa die Frage, welche Antioxidantien wir nutzen und messen und durch eine Therapie ändern können.

Als Beispiel führte er die antioxidativ wirkende Glutathionperoxidase an, die für die gewünschte Reaktion Selen benötige. Doch gerade bei Selen bestehe häufig die langfristige Tendenz zur Unterversorgung. Adler: "In meiner Praxis in Siegen haben wir bei 6000 Patienten den Selenspiegel bestimmt. Der Durchschnitt bei gesunden Personen lag bei 68 µg/100 ml. Das Fatale dabei: Die Reaktion der Glutathionperoxidase startet erst bei 75 µg/100 ml."

Da Europa ein Selenmangelgebiet ist, reicht die Selenaufnahme mit der Nahrung nicht aus. Adler empfiehlt deshalb die Substitution von 100 bis 150 µg Selen täglich bei gesunden Personen, 200 bis 300 µg bei Kranken und 500 µg bei Tumorpatienten.




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