Ärzte Zeitung, 31.07.2003

Wirkung von TCM-Arzneien soll erforscht werden

Unis in München und Peking vereinbaren Kooperation

MÜNCHEN (sto). Die TU München und die Beijing-Universität in Peking haben auf dem Gebiet der klinischen Forschung, Entwicklung und Qualitätssicherung der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) eine Kooperation vereinbart. Ein entsprechender Vertrag wurde jetzt in München unterzeichnet.

Schwerpunkte der Forschungs-Kooperation sind Qualitätssicherung und Wirkstoff-Erprobung von TCM-Arzneimitteln sowie die klinische Überprüfung der Akupunktur-Behandlung bei verschiedenen Indikationen. Dabei werde das Zentrum für naturheilkundliche Forschung (ZnF) der TU München auf seit Jahren erprobte, EDV-gestützte Programme zur Qualitätssicherung sowie die alltagsnahe Evaluation der Patientenversorgung mit TCM zurückgreifen, teilte die TU München mit.

Das ZnF hat in der ersten Deutschen Klinik für Traditionelle Medizin in Kötzting ein System aufgebaut, das klinische Vorgänge und Patienten-Ergebnisse über elektronische Patientenakten erfassen und auswerten kann. Ein automatisch erstelltes Behandlungs-Protokoll informiert sowohl Klinikpatienten als auch zuweisende Ärzte detailliert über die Ergebnisse der TCM-Diagnostik sowie die anschließende Behandlung.

Weitere wichtige Bereiche der Kooperation sind die Überprüfung spezifischer Effekte der Akupunktur, die Plausibilität und Rationalität der TCM-Diagnostik sowie die Klärung der Frage, welchen Stellenwert diese Diagnoseverfahren zusätzlich zur westlichen Diagnostik - der sogenannten Schulmedizin - haben können.

Besonders interessiert ist die Beijing-Universität an der Qualitätssicherung und klinischen Überprüfung chinesischer Arzneimitteldrogen. Derzeit liegen etwa 300 TCM-Drogen pflanzlichen, tierischen und mineralischen Ursprungs zur wissenschaftlichen Erprobung nach westlichen Standards vor. Traditionell werden TCM-Arzneimittel als aufgekochte Tees verabreicht. Die chemische Zusammensetzung und die pharmakologischen Wirkungen der vielfältigen Mixturen sind bislang nur ansatzweise erforscht.




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