Ärzte Zeitung, 12.03.2003

Phytos verkürzen Krankheitsdauer bei Sinusitiden

MÜNCHEN (wst). Bei der Behandlung von Patienten mit unkomplizierter Sinusitis haben Phytopharmaka einen festen Stellenwert. Sie lindern Beschwerden, verkürzen die Krankheitsdauer und beugen komplizierten Verläufen vor.

Darauf hat der Chefarzt der HNO-Klinik St. Johannes Hospital aus Dortmund Dr. Horst Luckhaupt (Foto) bei einer Pressekonferenz des Komitees Forschung Naturmedizin e.V. in München hingewiesen. Orale pflanzliche Präparate, die zur Behandlung von Patienten mit Sinusitis zugelassen sind, sind standardisierte Myrtolpräparate (Gelomyrtol®) sowie ein Vielstoffgemisch aus Enzianwurzel, Primelblüten, Sauerampfer, Holunderblüten und Eisenkraut (Sinupret®). Wissenschaftliche Studien mit dem Vielstoffgemisch haben nach Angaben von Luckhaupt außer primären sekretolytischen Eigenschaften auch entzündungshemmende, antivirale und antibakterielle Effekte nachgewiesen.

Als weitere Maßnahme seien Kochsalzspülungen und Soleinhalationen sinnvoll, so Luckhaupt. Diese Maßnahmen lassen die Nasenschleimhäute abschwellen und verbessern nachweislich auch die mukoziliäre Clearance. Zudem fänden sich in Nasenschleimhaut und Nasensekret als antimikrobielle Peptide zusammengefaßte "endogene Antibiotika", die ihre keimtötende Aktivität zum Teil kochsalzabhängig steigerten, ergänzte Professor Steffen Maune von der HNO-Universitätsklinik Kiel. Inhalationen mit Kamillentees und -lösungen wirken bei Sinusitiden austrocknend und sind daher kontraindiziert.

Reichen Kochsalzspülungen nicht aus, um eine zufriedenstellende Durchlüftung der Nase zu erzielen, empfiehlt Luckhaupt, - zeitlich befristet - abschwellende Nasentropfen zu verordnen. Hilfreich seien zudem lokale Wärmeapplikationen und bei Schmerzen antiphlogistische Analgetika. Ob eventuell auch ein Antibiotikum indiziert sei, könne ein HNO-Arzt durch eine miniendoskopische Nasenhöhleninspektion sicher feststellen. Typische Symptome einer bakteriellen Sinusitits seien auch Fieber, ein erhebliches Krankheitsgefühl und eher grünlicher als gelber Nasenausfluß. Eitrig gelber Ausfluß allein könne hingegen auch durch Rhinoviren verursacht werden, so Luckhaupt.



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