Wirkstoff aus Süßholzwurzeln stoppt SARS-Viren

FRANKFURT/MAIN (mut). Die Substanz Glycyrrhizin aus Süßholzwurzeln kann offenbar die Vermehrung von SARS-Viren erfolgreich stoppen, berichten Virologen der Universität Frankfurt/Main in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Lancet".

Die Forscher der Arbeitsgruppe von Professor Hans-Wilhelm Doerr haben in Zellkultur-Experimenten die Wirksamkeit der fünf antiviralen Substanzen Ribavirin, Pyrazofurin, Mycophenolsäure, 6-Aza-Uridin und Glycyrrhizin getestet. Dabei schauten sie einerseits, bei welcher Konzentration die Substanzen die Virusreplikation in SARS-infizierten Zellen blockierten und andererseits, bei welcher Konzentration die Substanzen selbst toxisch auf die Zellen wirkten.

Am selektivsten konnte dabei Glycyrrhizin die Virenvermehrung hemmen. Auch in hoher Konzentration erwies sich die Substanz nicht als zytotoxisch. Ribavirin und Mycophenolsäure hatten dagegen keine Wirkung auf die Virusreplikation. Pyrazofurin und 6-Aza-Uridin hemmten die SARS-Vermehrung ebenfalls effektiv, waren jedoch in höherer Konzentration zellschädigend.

Glycyrrhizin wurde bisher bei Patienten mit HIV-1- und chronischen HCV-Infektionen verwendet.




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