Ärzte Zeitung, 12.06.2003

Phytotherapie macht verstopfte Nasen rasch frei

Gute Daten zu Pestwurz-Extrakt bei allergischer Rhinitis

MÜNCHEN (wst). Ein für Patienten mit saisonaler allergischer Rhinitis zugelassener Spezialextrakt aus den Blättern der Pestwurz (Petasites hybridus) hat sich in zwei kontrollierten klinischen Studien gegen Placebo und Cetirizin bewährt. Entscheidender Vorteil des Extrakts: Er wirkt nicht sedierend.

In einer randomisierten Doppelblindstudie wurde der Spezialextrakt aus Pestwurzblättern (Ze 339, Tesalin®) des Unternehmens Zeller AG gegen das Antihistaminikum Cetirizin geprüft (BMJ 324, 2002, 1). Daran erinnerte der Forschungsleiter des Schweizer Unternehmens, Professor Axel Brattström aus Romanshorn, bei einer Pressekonferenz des Komitees Forschung Naturmedizin in München. Der Extrakt ist in der Schweiz seit Anfang Mai dieses Jahres erhältlich. Für Deutschland ist die Zulassung bereits beantragt.

In der Studie hatten 125 Patienten mit saisonaler allergischer Rhinitis überwiegend moderater bis schwerer Ausprägung viermal täglich eine Tablette Ze 339 (standardisiert auf je 8 mg Petasine) oder einmal täglich 10 mg Cetirizin erhalten. Was die Angaben der Patienten zur Lebensqualität betrifft, erwies sich Ze 339 am Ende der 14tägigen Therapie als mindestens ebenso wirksam wie Cetirizin. Beide Medikamente wurden etwa gleich gut vertragen. Doch klagten acht der mit Cetirizin Behandelten, aber keiner der mit dem Extrakt Behandelten über sedierende Effekte.

In der zweiten Studie wurden 186 Heuschnupfen-Patienten zwei Wochen lang mit Placebo, zwei Tabletten (16 mg Petasine) oder drei Tabletten (24 mg Petasine) täglich behandelt. Beurteilt anhand der Leitsymptome Niesen, Rhinorrhoe, verstopfte Nase und Brennen in Augen und Nase war ein dosisabhängiger Nutzen der Medikation zu erkennen, so Brattström. Das Beschwerdeprofil entwickelte sich in beiden Verumgruppen signifikant günstiger als in der Placebogruppe. Täglich drei Pestwurz-Tabletten wirkten besser als zwei. Die Wirkung auf die verstopfte Nase setzte rasch ein.

STICHWORT

Pestwurz

Von der auch in Mitteleuropa wild an Flußufern wachsende Pestwurz (Petasites hybridus) fand in der traditionellen Volksmedizin namensgebend vor allem die Wurzel weitreichende Verwendung. Beim jetzt in der Schweiz erhältlichen Heuschnupfenmittel wird der gegen allergische Sofort- und Spätreaktionen wirkende Extrakt aus den Blättern der inzwischen kultivierten Pflanze gewonnen. Als Vorteil dieser neuen Petasinen-Quelle gelten einfachere, effektivere und den Pflanzenbestand schonende Erntetechniken.




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