Ärzte Zeitung, 18.11.2003

Mistelextrakte machen das Leben mit Krebs erträglicher

Unerwünschte zytotoxische Wirkungen werden gemildert

BADEN-BADEN (sko). Wenn Tumorpatienten Kollegen fragen, was sie unabhängig von Operation und Chemotherapie selbst zu ihrer Behandlung beitragen können, bietet sich die Misteltherapie zur Ergänzung der Standardtherapie an. Denn die Mistelextrakte stimulieren das Immunsystem und verbessern vor allem die Lebensqualität der Patienten.

"Man kann auch mit Krebs leben", so Dr. Marc Azemar von der Klinik für Tumorbiologie in Freiburg. Immer häufiger werde Krebs zu einer chronischen Erkrankung, sagte Azemar bei einem Workshop bei der 37. Medizinischen Woche in Baden-Baden.

Deshalb ist die Verbesserung der Lebensqualität ein ganz wichtiger Punkt in der Tumortherapie. Hier hätten die Naturheilverfahren einen besonderen Stellenwert, da sie sich gut mit der Standardtherapie in einem integrativen Konzept verbinden lassen. Dabei betonte Azemar, daß die komplementären Therapien nicht den Anspruch hätten, die Standardtherapie zu ersetzen.

Als ein Beispiel führte er die Misteltherapie auf. "Bei Patienten, die mit einem Mistelpräparat behandelt werden, beobachtet man eine unspezifische Aktivierung des Immunsystems", so Azemar bei der vom Unternehmen biosyn unterstützten Veranstaltung. So konnte in Studien ein Anstieg der Lymphozytenzahl und der Konzentration der Akute-Phase-Proteine im peripheren Blut beobachtet werden.

"Außerdem kommt es zu einem Anstieg der Beta-Endorphin-Ausschüttung, worauf vermutlich der positive Effekt der Misteltherapie auf die Lebensqualität basiert", sagte Azemar. Und diese Verbesserung der Lebensqualität durch eine Misteltherapie konnte ebenfalls in Studien belegt werden.

Allerdings konnte weder ein Einfluß auf die Remissionszahl, noch auf die Progression, noch auf die Überlebenszeit festgestellt werden. "Aber therapiebedingte zytotoxische Reaktionen hingegen wurden durch die Misteltherapie reduziert", berichtete Azemar.

Das Problem der Misteltherapie im speziellen und der Phytotherapien im allgemeinen: "Pflanzliche Präparate sind Mischpräparate mit Substanzen in unterschiedlichen Konzentrationen", so Azemar. Ein wichtiger Inhaltsstoff der Mistel ist das Lektin, das an Lymphozyten und Monozyten bindet, weshalb Mistelpräparate, etwa das vom Unternehmen angebotene Eurixor®, häufig lektinnormiert sind.




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