Ärzte Zeitung, 14.07.2003

Helicobacter pylori mag keine Lakritze

KIEL (mal). Lakritze tut dem Magen gut. Das wird von Patienten mit Magenproblemen immer wieder einmal berichtet. Forscher vom Institut für Medizinische Mikrobiologie der Universität in Kiel haben für diese Beobachtung eine neue Erklärung gefunden: Die in der Süßholzwurzel (Radix Liquiritia), dem Ausgangsstoff für Lakritze, enthaltene Glycyrrhizinsäure und besonders deren Derivat Glycyrrhetinsäure wirken - zumindest in vitro - auf H. pylori-Stämme bakterizid. Auch auf Bakterien, die resistent gegen Clarithromycin oder Metronidazol waren, hatte Glycyrrhetinsäure einen Effekt (Ärzteschrift für Naturheilverfahren 44, 5, 2003, 267).

Bisher sei die Wirkung von Süßholzwurzel wesentlich darauf zurückgeführt worden, daß durch Interaktionen der Glycyrrhizinsäure mit dem Prostaglandinstoffwechsel protektive Faktoren der Magenschleimhaut gefördert würden, also etwa mehr Schleim produziert wird, berichten die Forscher um Professor Uwe Ullmann. Sie plädieren jetzt für In-vivo-Studien, um den in vitro beobachteten Effekt zu überprüfen.




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