Ärzte Zeitung, 28.04.2003

Wirken Joghurt und Knoblauch gegen Keime?

EXETER (jzi). Die zunehmenden Resistenzen der Bakterien haben dazu geführt, daß das Interesse an natürlichen Antibiotika aus dem Tier- und Pflanzenreich steigt. Doch welche der Substanzen hat auch die ihm zugesprochene Wirkung?

Dr. Karen Martin und Professor Edzard Ernst von der englischen Universität Exeter ermittelten für eine Übersichtsarbeit nur wenige Pflanzen, zu deren antibiotischen Effekten nach ihrer Einschätzung brauchbares wissenschaftliches Material existiert (J Antimicrobial Chemotherapy 51, 2003, 241). So attackierten zwar viele Pflanzen erfolgreich die Bakterienstämme im Labor, doch im konkreten Versuch mit Patienten wurden sie entweder nicht ausgetestet, oder sie wirkten nicht.

Wie etwa Knoblauch und Zimt. Im Labor noch erfolgreiche Bekämpfer von Helicobacter pylori, zeigten sie im klinischen Versuch mit Patienten keine Wirkung. "Dies kann aber auch daran liegen, daß in den klinischen Studien andere Zubereitungen verwendet wurden als im Labor", gibt Ernst zu bedenken. Immerhin zeigt der Schwarze Tee eine Wirksamkeit gegen Karies und Impetigo contagiosa. Öle von Teebaum und ostindischem Baumbasilikum helfen bei Akne, und der Vogelknöterich ist wirksam bei Gingivitis.

Der Joghurt schließlich unterstützt den Körper im Kampf gegen Helico-bacter. Nach den Ergebnissen einer Untersuchung an der Universität Taiwan (Aliment Pharmacol Ther 16, 2003, 1669) werden nämlich von dem Magen-Parasiten 78 Prozent vernichtet, wenn man die Patienten nur mit Standard-Medikamenten behandelt. Werden jedoch gleichzeitig 200 Gramm Joghurt pro Tag konsumiert, läßt sich dieser Effekt auf 91 Prozent steigern. Denn das saure Milchprodukt hindert Helicobacter daran, sich an den Magenwänden festzusetzen.



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