Ärzte Zeitung, 26.09.2003

Nadelstiche verbessern die Beweglichkeit beim HWS-Syndrom

Hinweise aus einer randomisierten Studie mit 177 Patienten / Nutzen der Akupunktur ist kurzfristig größer als Nutzen der Massage

GÖPPINGEN (bib). Bei Patienten mit chronischen Beschwerden an der Halswirbelsäule (HWS) verbessert Akupunktur kurzfristig die Beweglichkeit, und zwar stärker als mit einer Massage-Therapie.

Hinweise darauf ergeben sich aus einer randomisierten Studie einer Arbeitsgruppe um Privatdozent Dr. Achim König von der Klinik am Eichert in Göppingen. Insgesamt 177 Patienten nahmen an der Studie teil. Sie hatten seit mindestens einem Monat ein HWS-Syndrom mit eingeschränkter Beweglichkeit, aber zum Beispiel keine fortgeschrittenen degenerativen Veränderungen oder neurologischen Ausfälle.

Über drei Wochen erhielten sie fünf Sitzungen entweder Akupunktur, Massage oder Scheinlaserakupunktur mit einem inaktiven Laser. Im Verlauf wurde die HWS-Beweglichkeit in drei Ebenen gemessen und ein Score für die Gesamtbeweglichkeit ermittelt (Z Orthop 2003, 141, 395). Er ist definiert als der Mittelwert aus den sechs Meßwerten der Beweglichkeitsmessung.

Bei Therapieende hatten die Patienten durch Akupunktur im Schnitt bei Flexion/Extension 6,64, bei Rotation 7,5 und bei Lateralflexion 5,5 Winkelgrade gewonnen, nach Massage 0,4, 2,63 und 3,04, und nach Scheinlaserakupunktur 4,05, 6,12 und 3,38. Auch im Gesamtscore unmittelbar sowie eine Woche nach der Therapie war die Akupunktur mit 19 und 20 Punkten der Massage mit 7 und 5 signifikant überlegen.

"Die Erfahrung zeigt, daß eine Verbesserung der Beweglichkeit in dieser Größenordnung von einem Teil der Patienten als deutliche Erleichterung empfunden wird und die körperliche Funktionstüchtigkeit erhöhen kann", so die Forscher. Während der Therapie und drei Monate danach ergaben sich allerdings keine signifikanten Unterschiede. Auch die Ergebnisse von Verum- und Scheinakupunktur unterschieden sich kaum.

Die Autoren schlußfolgern: "Angesichts der positiven Hinweise aus der vorliegenden Studie, der bisherigen Erkenntnisse zur Wirksamkeit konventioneller Therapieverfahren, den gering ausgeprägten unerwünschten Wirkungen der Akupunktur und der hohen Patientenakzeptanz kann die Akupunktur als Therapieverfahren in der Behandlung von Patienten mit chronischen HWS-Beschwerden empfohlen werden. Und das, so die Forscher weiter, "obwohl sich die Ergebnisse der Verumakupunktur nicht signifikant von denen der Scheinakupunktur unterscheiden".




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