Ärzte Zeitung, 20.12.2002

Ginkgo-Extrakt schützt die Mitochondrien

BERLIN (mal). Hirnzellen vertragen O2-Mangel besser, alternsbedingte Defizite der Neurotransmission werden gemindert, die Apoptose wird gehemmt: Alle diese für Ginkgo-biloba-Extrakte bekannten Effekte sind möglicherweise auf dieWirkung der Extrakte auf die Mitochondrien zurückzuführen.

Studien mit dem Ginkgo-biloba-Extrakt EGb761 (Tebonin®) wiesen darauf hin, daß die Extrakte die Mitochondrien gegen Umweltnoxen schützen und ihre Funktion stabilisieren, hat Professor Walter E. Müller vom Biozentrum in Frankfurt am Main bei einer Veranstaltung des Unternehmens Dr. Willmar Schwabe in Berlin berichtet.

Nach neuen Hypothesen sei die mitochondriale Dysfunktion auch ein wichtiger Pathomechanismus bei Morbus Alzheimer, sagte Müller. Es gebe Hinweise, daß in der Frühphase der Erkrankung kleine Aggregate des vermehrt intrazellulär gebildeten Beta-Amyloids die Mitochondrien schädigten oder deren Schädigung bei Einwirkung anderer Noxen förderten.

Studien, in denen mitochondriale Funktionen etwa durch H2O2 oder durch Nitroprussid-Natrium beeinträchtigt worden seien, hätten ergeben, daß der Ginkgo-biloba-Extrakt nicht nur die Mitochondrien vor Schäden schützt, sondern daß damit auch noch nach einer Schädigung die Wiederherstellung der Zellfunktionen beschleunigt und verbessert werde, so Müller. "Nach experimentellen Befunden kann man durch das Alzheimer-Peptid ausgelöste schädigende Effekte reduzieren, wenn man Zellen mit Ginkgo-biloba-Extrakt vor- oder nachinkubiert."

Wahrscheinlich seien im Extrakt der Inhaltsstoff Bilobalid und seien möglicherweise auch die Ginkgolide hier von großer Bedeutung.



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