Ärzte Zeitung, 04.03.2003

Kolon-Ca vermehrt bei hohem Fleischkonsum

Ergebnisse aus der Nurses' Health Study /  Kolonkrebs ist seltener bei Verzehr von viel Obst und Gemüse

BOSTON (mal). Werden Sie nach einer möglichst gesunden Ernährung gefragt, können Sie gerade Frauen mit noch besserem Gewissen als bisher zu viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und Fisch raten. Denn Daten der großen Nurses' Health-Studie bestätigen jetzt, daß der Verzehr großer Mengen etwa roten Fleisches oder raffinierten Zuckers signifikant mit einem erhöhten Risiko für ein Kolonkarzinom assoziiert ist.

Für die jetzt veröffentlichte Analyse der Nurses' Health-Studie sind die Daten von 76 402 Frauen im Alter zwischen 38 und 63 Jahren ausgewertet worden. Ihre Ernährungsgewohnheiten waren ab 1984 alle zwei bis vier Jahren durch ausführliche Fragebögen erfaßt worden. Die Studie dauerte bis 1996, also zwölf Jahre lang. In dieser Zeit ist bei 445 Frauen ein Kolonkarzinom und bei 101 Frauen ein Rektumkarzinom diagnostiziert worden, berichten die Forscher um Dr. Teresa Fung aus Boston im US-Staat Massachusetts (Arch Intern Med 163, 2003, 309). Für die Analyse der Daten haben die Forscher zwei Ernährungsformen definiert: Als umsichtige Diät bezeichneten sie eine Ernährung, die durch viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Fisch und Geflügel charakterisiert ist. Als Ernährung westlichen Stils bezeichneten sie den Konsum von großen Mengen roten Fleisches und vielen Nahrungsmitteln mit raffiniertem Zucker. Je nach Menge der verzehrten Portionen wurden die Studienteilnehmerinnen einer von fünf Gruppen zugeordnet.

Ergebnis: Im Vergleich mit Frauen, die wenig Nahrung westlichen Stils (Gruppe Eins) zu sich nahmen, hatten Frauen mit einem ausgeprägten Verzehr davon (Gruppe Fünf) eine um 46 Prozent höhere Kolonkarzinom-Rate. Dabei habe sich eine signifikante positive Assoziation zwischen der Ernährung westlichen Stils und dem Kolonkrebs-Risiko ergeben, so die US-Forscher. Für die umsichtige Diät habe sich dagegen ein - nicht signifikanter - Trend zu einem verringerten Krebsrisiko bei starkem Verzehr solcher Produkte ergeben.

Für das Auftreten von Rektumkarzinomen haben die Forscher in dieser Studie keinen Anhalt mit einem Zusammenhang mit Ernährungsgewohnheiten gefunden.



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