Ärzte Zeitung, 14.04.2003

Chinin hilft meist gegen nächtliche Wadenkrämpfe

Placebo-kontrollierte Studie belegt Wirksamkeit und gute Verträglichkeit des Medikaments / Häufigkeit und Intensität der Beschwerden reduziert

HAMBURG (nke). Chininsulfat ist ein altbekanntes Mittel gegen nächtliche Wadenkrämpfe. Die Wirksamkeit und Verträglichkeit des Pflanzenwirkstoffes wurde jetzt in einer kontrollierten Multicenterstudie im Vergleich mit Placebo bestätigt.

"Mit dieser Studie wurde erstmals der Nachweis für die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von Chininsulfat bei nächtlichen Wadenkrämpfen nach den Kriterien der Evidence-based Medicine erbracht", betont Dr. Uwe Detlefsen von MKL Institut für Klinische Forschung in Aachen.

Nach den Ergebnissen der Studie senkt Chinin, der Wirkstoff aus der Rinde des Chinchoa-Baumes, die Häufigkeit nächtlicher Wadenkrämpfe, reduziert deren Intensität und verringert nächtliche Schmerzen (Int J Clin Pract 56, 2002, 243). 80 Prozent der Patienten sprachen auf die Therapie mit Chininsulfat (Limptar® N) an, das heißt, die Zahl der nächtlichen Wadenkrämpfe reduzierte sich bei ihnen um mindestens die Hälfte. Auch in der Placebogruppe war die Responderrate mit 53 Prozent hoch.

Teilgenommen haben an der Studie 98 Patienten mit Wadenkrämpfen, die in mindestens sechs von 14 Nächten auftraten, wie Detlefsen bei einer Veranstaltung von Cassella-med in Hamburg gesagt hat. An eine 14-tägige Eingangsphase ohne Therapie schloß sich die 14tägige Behandlungsphase an. Die Patienten erhielten entweder Chininsulfat - je 200 mg zum Abendessen und vor dem Zubettgehen - oder Placebo. Danach wurde ohne Therapie 14 Tage weiter beobachtet.

Das Ergebnis: In der Verumgruppe reduzierte sich die durchschnittliche Zahl der Muskelkrämpfe von anfangs zwölf auf vier in der Behandlungs- und fünf in der Nachbeobachtungsphase. Dieses Resultat unterschied sich signifikant von der Placebogruppe mit anfangs durchschnittlich zwölf Muskelkrämpfen und je sieben in der Behandlungs- und Nachbeobachtungsphase.

STICHWORT

Chinin - das Alkaloid aus Baumrinde

Das natürliche Alkaloid Chinin wird aus der Rinde des Chinchoa-Baumes gewonnen. Chinin hat analgetische und antipyretische Eigenschaften, und es hemmt die Vermehrung der Malaria-Erreger. Ebenfalls lange bekannt sind die muskelrelaxierenden Eigenschaften von Chinin. Zur Behandlung bei nächtlichen Wadenkrämpfen wird Chinin in Form seines Sulfatsalzes eingesetzt. (nke)



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